In diesem Workshop erforschen und trainieren die Teilnehmenden ihre eigene Intuition und ihre darstellerische Beziehung zum Gegenspieler. Die Grundübung der Meisner-Technik, die Repetition, wird intensiv trainiert sowie mit darauf aufbauenden Übungen kombiniert. Die Teilnehmenden entwickeln Szenen und sammeln so neue Erfahrungen in der Stückentwicklung: Genauso wie ein*e Regisseur*in, werden sie gemeinsam eigene künstlerische Entscheidungen treffen und selbst zu Autor*innen der auf der Bühne erzählten Geschichte.

Die Meisner-Technik wurde in den 1930er Jahren von Sanford Meisner in New York entwickelt und erlangte in den vergangenen 20 Jahren auch in Europa als neue Schauspieltrainingstechnik am Theater oder in der Improfilmszene große Bekanntheit. Die Meisner-Technik basiert auf der Suche nach einer psychologischen Tiefe in den dargestellten Figuren, nach Wahrhaftigkeit im Spiel, einer ehrlichen Verbindung in den Beziehungen der Charaktere auf der Bühne zueinander, einer emotionalen Berührbarkeit der Schauspieler*innen und der Fähigkeit, absolut im Moment zu sein – aus diesem zu agieren und zu reagieren.

Im zeitgenössischen Theater entstehen Stücke oft spontan und improvisiert – man entwickelt das Stück direkt auf der Bühne – „écriture de plateau“. Diese moderne Art der Stückentwicklung löst die Trennung zwischen Kreation, Inszenierung und den Rollen auf der Bühne auf. Die Schauspieler*innen können ihre Rolle selbst mit definieren und ausgestalten. Geschichten werden direkt auf der Bühne in Improvisationen entwickelt. Die Kreativität und Intuition des Einzelnen vermischten sich dabei fließend mit der des/der Regisseurs*in. Mittels der Repère-Methode, die von Jacques Lessard, einem Künstler aus Quebec, theoretisiert wurde, wird der Prozess der Stückentwicklung strukturiert.

Der Workshop wird von der professionellen Schauspielerin Ina Jaich (D) sowie vom Schauspieler und Regisseur Marceau Deschamps-Ségura (F) geleitet. Die simultane Übersetzung übernimmt die Dolmetscherin Laurence Despujols (F).

Künstlerische Leitung

Ina Maria Jaich (D) ist Schauspielerin und Dozentin für Schauspiel mit Schwerpunkt Meisner-Technik, Improvisation und Performance. Sie arbeitete als freiberufliche Schauspielerin für verschiedene Theater im europäischen Raum, u.a. HAU Berlin, Thalia Theater Hamburg, NTGent, Werk X Wien und mit Filmregisseur.innen wie Christian Klandt, Rainer Kaufmann, Sophie Linnenbaum oder Alexei Popogrebski. Unter Anleitung renommierter Dozenten und Regisseure (Fabian Joest Passamonte, Mike Bernardin & Atanasios Karanikolas) konnte sie die Meisner-Technik perfektionieren.

Marceau Deschamps-Ségura (F) studierte Schauspiel am Conservatoire National Supérieur d’Art Dramatique (CNSAD) in Paris und absolvierte parallel Kurse für barocke Deklamation. Er arbeitet als Schauspieler, Regisseur und Forscher, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Shakespeare, und spielte in Stücken wie Le Songe, Timon d’Athènes und La Tempête. 2021 gründete er die Kompanie Les Chants égarés, die klassische Werke von Shakespeare, Racine und Sophokles sowie zeitgenössische Stücke aufführt. Er ist regelmäßig bei Festivals vertreten, wirkt als Regisseur und Jurymitglied bei Artcena und engagiert sich in Theaterprojekten für Schulen.

Finanzierung

Diese Begegnung wird vom Internationalen Jugendkulturzentrum e.V. und dem Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) finanziell unterstützt. Weitere Kosten werden über Drittmittel und Vereinsbeiträge der Teilnehmenden an den Trägerverein gedeckt.

Vereinsbeitrag: 360 € für die Projektphase inkl. Unterkunft und Halbpension

Reisekosten: Das DFJW erstattet einen Teil der Reisekosten für Hin- und Rückfahrt nach Bayreuth: 0,16 € pro Entfernungskilometer, gegen Nachweis. Zur individuellen Berechnung der Erstattung siehe Portal des DFJW : Fahrtkostenberechnung für die Anträge im DFJW

Hinweis: Solange deine Kosten unter diesem Wert liegen, werden sie zu 100 % erstattet. Wenn dein Ticket billiger ist, wird dir nur der bezahlte Betrag erstattet. Wenn deine Kosten höher sind als der errechnete Betrag, musst du die Differenz selbst bezahlen.

Bewerbung
Über das digitale Portal des Forums mit künstlerischem Kurzlebenslauf und, wenn möglich, einem Ausschnitt einer Aufführung oder Arbeitsproben. Bewerbungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs gesichtet. Eine frühzeitige Bewerbung lohnt sich!

In Kooperation mit: Deutsch-Französisches Jugendwerk, FIEF